HISTORIE

CHRISTOPHORUS HOSPIZVEREIN ERDING

Als im Jahre 1973 das Kreiskrankenhaus Erding die Versorgung seiner Patienten aufnahm war das Thema Hospiz und Palliativmedizin in der Gesellschaft noch nicht angekommen. Erst mit der weltweiten Hospizbewegung ausgehend von den angelsächsischen Ländern, gelangte die Hospizidee in den achziger Jahren nach Deutschland. Einer der Ersten die sich aktiv mit einem menschen-würdigeren Sterben und einer besseren Versorgung Totkranker auseinandersetzte, war der Erdinger Internist, Kardiologe und Chefarzt der damaligen internistischen Abteilung Dr. Jürgen Bickhardt. Unter seiner Führung wurde 1994 der Christophorus Hospizverein Erding gegründet und die ersten Patienten im häuslichen Bereich begleitet. Heute darf sich der Verein nicht nur über 400 Mitglieder sondern auch über 38 aktive Hospizbegleiter/innen freuen.

IMPLEMENTIERUNG DES AMBULANTEN PALLIATIVEN BERATUNGSDIENSTES

Durch die Erfahrungen der Hospizbegleiter/innen mit den betroffenen Patienten wurde schnell deutlich, dass die ehrenamtliche Begleitung alleine nicht ausreichte. Es bedurfte einer zusätzlichen palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Unterstützung um den Patienten ihren Wunsch bis zum Schluss zuhause verbleiben zu können zu erfüllen. Im Jahr 2000 nahm die erste hauptamtlich tätige Palliative-Care-Fachkraft im CHV ihren Dienst auf. In den Jahren 2003-2007 fand durch die weiterhin steigende Nachfrage ein rascher Ausbau der ambulanten hospizlich/palliativen Versorgung statt. Drei weitere fest angestellte Palliative-Care-Schwestern nahmen in diesen Jahren ihren Dienst auf.

SPEZIALISIERTE AMBULANTE PALLIATIVVERSORGUNG (SAPV)

Mit dem Erlass eines Rechtsanspruch auf speziallisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) festgeschrieben im § 37b SGBV wurde im Jahr 2007 ein Meilenstein in der Versorgung Schwerstkranker und sterbender Patienten in Deutschland erreicht. Seit diesem Zeitpunkt haben Betroffene mit entsprechenden Voraussetzungen, einen gesetzlichen Anspruch auf eine ambulante Palliativbetreuung. Die Kosten müssen von der zuständigen Krankenkasse übernommen werden. Voraussetzung hierfür war das Vorhandensein eines SAPV Teams vor Ort. Durch den unermüdlichen Einsatz des Christophorus Hospizvereins unter seinem damaligen Vorsitzenden Dr. Peter Schmidkonz erhielt der Landkreis Erding einen der ersten Versorgungsverträge in Bayern. Am 1. April 2011 nahm das Erdinger PalliativTeam seine Arbeit auf. Seit der Gründung im Jahr 2011 wurden über 1000 Patienten im häuslichen Bereich versorgt. Das Hauptaugenmerk liegt neben der optimalen palliativmedizinischen Versorgung des Patienten auch in der mitmenschlichen Begleitung des Betroffenen sowie seiner Angehörigen.

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